Hygienisches Design

in der Lebensmittelindustrie

Wer in der Lebensmittelindustrie tätig ist weiß, dass gute Hygiene zu jedem Zeitpunkt eine unverzichtbare Voraussetzung ist.

 

Geben Sie Mikroorganismen keine Chance

In diesem Blog gehen wir näher auf die Wichtigkeit hygienischer Designs ein. Bei der Planung oder dem Bau von Fabriken, Anlagen, Maschinen, Produktionslinien und den dazugehörigen Komponenten für die Lebensmittelindustrie kommt es darauf an, Mikroorganismen nur eine möglichst geringe Chance zu geben. Lebensmittelsicherheit, Lebensmittelqualität und die Vermeidung von Kontaminationen stehen dabei im Mittelpunkt.

Geräte mit einem unter hygienischen Gesichtspunkten ungünstigen Design sind schwer zu reinigen. Rückstände oder Schmutz können sich in ungenutzten Ecken oder Spalten absetzen, sodass darin lebende Mikroorganismen die Möglichkeit haben sich zu vermehren. Ebenso können dort Reinigungs- und Desinfektionsmittel zurückbleiben und auf die Innenseite von Geräten einwirken oder in Produktchargen gelangen.

Bereits in der Entwurfsphase müssen die technischen Funktionen und Funktionalitäten eines Geräts vollständig den Hygieneanforderungen entsprechen. Es gilt zum Beispiel, die Lage von elektronischen Bauteilen zu berücksichtigen sowie angemessene Reinigungsmöglichkeiten für die gesamte Produktionslinie. Die Maschinenrichtlinie für die Lebensmittelindustrie umfasst eine Reihe von Hygieneanforderungen, die in den Normen DIN EN 1672-2 und ISO 14159 zu finden sind.

Erfahren Sie mehr über den Stand der Lebensmittelsicherheit in Deutschland.

Fordern Sie das Whitepaper mit interessanten Zahlen und Statistiken an und erhalten Sie einen Einblick in den Stand der Lebensmittelsicherheit in Deutschland. Relevante Informationen für alle Lebensmittelspezialisten.

 

Lesen Sie auch unsere anderen Blogs: TraceabilityISO 22000| Vorschriften & Regelungen

Die wichtigste internationale Branchenorganisation

Hygienic Design geht jedoch über die Einhaltung von Normen und Richtlinien hinaus. Es gibt einen gemeinnützigen Zusammenschluss von Maschinenbauern, lebensmittelverarbeitenden Firmen, Lieferanten in der Lebensmittelindustrie, Forschungsinstituten, Universitäten und staatlichen Behörden, die ihre Kenntnisse aktiv untereinander austauschen. Diese Stiftung, die European Hygienic Engineering & Design Group (EHEDG) leistet einen wichtigen Beitrag zur Bereitstellung von Informationen zu hygienischen Designs. Sie gibt in Übereinstimmung mit der nationalen und internationalen Gesetzgebung Richtlinien zu den wesentlichen Normen heraus. ERIKS ist Mitglied der EHEDG.

Ein gutes Design verhindert viele Probleme im weiteren Verlauf

Wenn Sie die Richtlinien für hygienisches Design als Ausgangspunkt nehmen, bestimmen Sie im Grunde schon die Strategie für künftige Phasen der Lebensmittelproduktion in der gesamten Lieferkette. Es ist wirksamer, die Hygieneanforderungen bereits in den Entwurf einfließen zu lassen, als später ein vorliegendes Konzept noch einmal anpassen zu müssen. Das nimmt mehr Zeit in Anspruch und kann zu Produktionsausfällen bei der Umstellung führen. Folglich kostet es auch viel Geld. Ein gutes hygienisches Design sorgt für Produktsicherheit, zielt auf eine lange Nutzungsdauer ab, erleichtert Reinigung und Wartung und hält die Gesamtbetriebskosten (Total Cost of Ownership) so niedrig wie möglich.

Worauf ist bei einem hygienischen Design zu achten?

  • Mikroorganismen und Ungeziefer in den Prozessen vermeiden
  • Infektionsrisiken ausschließen
  • Das richtige Material auswählen
  • Glatte Kontaktoberflächen und stromlinienförmige Formgebung
  • Hygienisch schweißen
  • Materialien richtig nachbehandeln
  • Passende Reinigungsmethoden
  • Möglichkeit zur Inspizierung des Systems und seiner Bestandteile
  • Einsatzbedingungen (z.B. trockene oder nasse Umgebung)
  • Geschlossene und offene Produktionssysteme
 

Wenn Sie diese Faktoren schon zu Beginn der Entwurfsphase im Blick haben, werden Sie im gesamten Verlauf – von Entwurf, Bau, Nutzung und Wartung einer Produktionslinie oder Maschine – daraus einen Nutzen ziehen. Jedoch ist das Thema allerdings zu umfangreich, um in diesem Blog näher auf alle zu beachtenden Punkte einzugehen. Dazu verweisen wir auf die Richtlinien mit den eingangs genannten Leitlinien für hygienische Designs der EHEDG. 

Beratung bei Entwurf und Materialauswahl

Unsere Produktspezialisten beraten Sie auch bei der Montage, dem Umbau und der Materialauswahl von Armaturen, Lagern, Kunststoffen, Dichtungen, Gummiformteilen, Antriebstechnik, Förderbändern, Filtern oder Lebensmittelschläuchen. Ferner verfügen wir über weitreichende Kenntnisse in Ihren Anwendungsbereichen. Auf der Grundlage unserer Erfahrung können wir Sie zu einem vorhandenen Entwurf beraten und ebenso mit Ihnen gemeinsam ein neues hygienisches Design für Ihre Produktionslinie entwerfen, sei es für Milchprodukte in Bäckereien oder Brauereien, in der Gemüseverarbeitung oder für Verpackungsmaschinen. Als konkretes Beispiel berichtet Peter Kuys von unserer Methode, Kupplungen an Lebensmittelschläuchen zu befestigen. 

Sanitärschläuche und -kupplungen, die Bakterienwachstum verhindern

Von: Peter Kuys, Vertriebsleiter Schläuche und Kompensatoren

In der Lebensmittelindustrie besteht ein Schlauch aus mindestens drei Komponenten: dem flexiblen Schlauch mit zwei gleichen oder unterschiedlichen Kupplungen. Beim Aufpressen von Kupplungen auf Gummischläuche ist es wichtig, dass der Schlauch zu 100 % dicht ist. Zudem muss ein nahtloser Übergang zwischen dem Schlauchstutzen und der Innenwand des Schlauchs hergestellt werden. Ein Spalt zwischen den beiden Komponenten führt unweigerlich zu einer Ansammlung von Bakterien und ist zudem schwer zu reinigen.

Die Profile der Schlauchstutzen und der Presshülsen (umschließt die Außenseite der Schlauchwand) müssen aufeinander abgestimmt sein, damit eine korrekte Aufpressung erzielt wird. Die Presshülse ist ein wenig länger als der Schlauchstutzen, wodurch sich die Innenwand des Schlauchs so auf den Stutzen schieben lässt, dass sie diesen umschließt. Dadurch entsteht ein glatter, funktionaler Übergang. Nur eine passende Kombination aus Stutzen, Presshülse und der richtigen Montage verhindert, dass sich zwischen Stutzen und Schlauch Schmutz ansammeln kann.

Kupplung, die korrekt auf einen Schlauch aufgepresst wurde

Nahaufnahme des Übergangs zwischen Schlauchstutzen und Schlauch

Die weiße Innenwand schließt sich nahtlos an den Schlauchstutzen an

Immer wieder fragen mich Kunden: „Warum benutzt ihr keine Schalenverschraubungen? Das wäre doch viele einfacher!“ 

Die Antwort ist ebenso einfach wie deutlich: einfacher ja, aber nicht hygienisch. Nur mit Presshülsen lässt sich nämlich eine unter sanitären Gesichtspunkten einwandfreie Verbindung herstellen, sodass der Schlauch auch bei täglichem Gebrauch sanitären Anforderungen genügt. Um die Entscheidung für Presshülsen gegenüber den einfachen Klemmschalen näher zu erläutern, zeige ich Ihnen Abbildungen von Situationen in der Praxis. Dabei sind Druck und Biegung die Umgebungsfaktoren.

Unterschiedlich aufgepresste Kupplungen und der Gebrauch von Klemmschalen

Funktion unter Druckeinwirkung

Pressverbindungen

Verbindung mit Klemmschalen oder -bändern

Funktion unter dem Einfluss von Biegungen

Pressverbindungen

Verbindung mit Klemmschalen oder -bändern

Wie zu erkennen ist, entstehen bei einer Pressverbindung weder beim Druckaufbau noch bei der Biegung des Schlauchs Toträume. Beim Schlauch mit den Klemmschalen ist hingegen deutlich zu sehen, dass bei Gebrauch ein Spalt entsteht, in dem sich Schmutz ansammeln kann.

Schlauchklemmen fördern Bakterienwachstum

Hier sehen Sie noch einige Fotos von Klemmschalen, die bereits einige Monate in Gebrauch sind. Die Verformung und die Bakterienbildung zwischen Schlauchstutzen und Innenwand des Schlauchs sind deutlich zu erkennen.

© Burggraaf & Partners 2020

An diesem Beispiel wird deutlich, warum wir uns bei Lebensmittelschläuchen für aufgepresste Schlauchkupplungen entscheiden.

 

Weitere Informationen

Wünschen Sie weitere Informationen zu hygienischen Designs oder möchten Sie wissen, welchen Beitrag ERIKS dabei leisten kann? Dann wenden Sie sich an unsere Spezialisten:

ERIKS Deutschland GmbH
Business Unit Industrieschlauchtechnik
D-33790 Halle (Westf.)

Telefon: +49 (0) 5201 18 648-00
Telefax: +49 (0) 5201 18 648-210
E-Mail: industrieschlauchtechnik@eriks.de

 

Ähnliche Artikel

Kontakt

ERIKS Deutschland GmbH

Kreisheide 7
D-33790 Halle (Westf.)

Telefon: +49 (0) 5201 18 648-00
Telefax: +49 (0) 5201 18 648-210

Kontaktformular

Bei Fragen zu unseren Produkten und Leistungen nutzen Sie unser Kontaktformular.

ERIKS Standorte weltweit

Nutzen Sie unseren Standortfinder, um den nächstgelegenen ERIKS Standort mit dem benötigten Know-how zu finden.